Hundertfünfzig Worte

Beiträge vom September 2007

Rechtshänder-Galerie

September 29, 2007 · Kommentar schreiben

Gefunden auf NZZ Online.

Kategorien: internet · zeitungen

Von der Bürokratisierung von Freundschaften

September 29, 2007 · Kommentar schreiben

Christine Rosen hat im New Atlantis einen ausgezeichneten Essay über die gesellschaftlichen Implikationen von Social-Networking-Seiten geschrieben. Rosen beobachtet eine „Bürokratisierung“ der Freundschaften: Die Social-Networking-Seiten seien darauf angelegt, dass Benutzer so viele Freunde wie nur möglich hinzufügen möchten. Auch die von den Seiten benutzte Terminologie sieht Rosen als Beweis für den Wandel: Freundschaften werden dort nicht gepflegt, sondern „gemanagt“. Und schlussendlich – und vielleicht etwas gar pessimistisch – sorgt sich die Autorin darum, dass persönliche Kontakte immer mehr durch virtuelle ersetzt werden:

Real intimacy requires risk—the risk of disapproval, of heartache, of being thought a fool. Social networking websites may make relationships more reliable, but whether those relationships can be humanly satisfying remains to be seen.

[via Nicholas Carr]

Kategorien: social networks

An der Schmerzgrenze der Effizienz

September 29, 2007 · Kommentar schreiben

Meine Augen brennen und tränen. Die Zeichen auf dem Blatt Papier, auf das ich schaue, verschwimmen und scheinen zu hüpfen. Mir ist schwindlig. Der Grund für all dies ist nicht etwa exzessiver Drogenkonsum, sondern ein unscheinbares kleines Web-Programm namens ZapReader (gefunden via hier). Dabei hat ZapReader die besten Absichten: Das Programm will mir helfen, effizienter zu sein – in dem es mir hilft, Texte auf dem Internet schneller zu lesen. Dazu wird der entsprechende Text Wort für Wort auf dem Bildschirm angezeigt, mit einer Rate von 300 Wörtern pro Sekunde (lässt sich auch erhöhen). Damit lasse sich die Lesegeschwindigkeit um 300 Prozent steigern, ohne dass das Textverständnis leide, verspricht die Website. Und tatsächlich: Es geht schneller. Ob das Textverständnis aber wirklich nicht leidet, wage ich zu bezweifeln: Ich bin ziemlich sicher, dass ob dem Wortgeknatter in meinem Hirn soeben einige Synapsen durchgebrannt sind.

Kategorien: effizienz · schnelllesen · zap reader

Schamlose Eigenwerbung (III)

September 25, 2007 · Kommentar schreiben

Der heutigen NZZ liegt die erste Ausgabe des Studentenmagazins NZZ Campus bei, für das ich eine Reportage über StudiVZ sowie die Gastrokolumne „Studentenfutter“ verfasst habe. Im Moment sind die Texte des Magazins online noch nicht verfügbar – sollten sie es noch werden, werde ich natürlich verlinken. In der Zwischenzeit gibt’s nur eines: An den Kiosk gehen und kaufen ;-)

UPDATE: Also, online gibt’s die Artikel nicht (schade), aber hier kann man NZZ Campus gratis bestellen.

Kategorien: essen · in eigener sache · nzz · social networks

Dumme Schlagzeilen

September 24, 2007 · Kommentar schreiben

Na gut, einverstanden: Einen Friedensnobelpreis (oder sonst irgendeine Form der internationalen Anerkennung) hat Irans erratisch agierender und populistischer Präsident Mahmud Ahmadinejad wohl kaum verdient. Aber die „New York Daily News“ geht mit diesem Titelblatt sehr weit: Ahmadinejad, der soeben in New York gelandet ist, um eine Rede vor der Uno-Generalversammlung zu halten, soll das personifizierte Böse sein? – Dumm ist die Schlagzeile nicht nur wegen ihrer absurden „Zuspitzung“. Die ganze mediale Empörung über Ahmadinejads Besuch in New York nützt nämlich vor allem jemandem: Dem iranischen Präsidenten selbst, der damit in Iran seine antiwestliche Propaganda prima anheizen und von seinen (nicht gerade kleinen) hausgemachten Problemen ablenken kann.

(via Innovation in Newspapers)

Kategorien: iran · mahmud ahmadinejad · new york · schlagzeilen · zeitungen

Also doch Äpfel aus Südafrika?

September 24, 2007 · Kommentar schreiben

Ich gehöre zu denjenigen Menschen, die beim Einkaufen im Supermarkt auf die Herkunft der Produkte achten. Niemals käme es mir in den Sinn, Äpfel aus Südafrika oder Chile zu kaufen – und für Leute, die das tun, habe ich nur Verachtung übrig. Denn schliesslich ist es ökologischer Unsinn, Esswaren um die halbe Welt zu transportieren. Dachte ich zumindest. Doch natürlich ist die ganze Angelegenheit unendlich viel komplizierter, schreibt die Financial Times. Wenn schon, dann müsste man den gesamten Energieverbrauch eines Nahrungsmittels während seiner „Lebensspanne“ berechnen, und nicht nur den Transport betrachten. Dieses Vorhaben erweist sich aber als praktisch unmöglich. Schon im letzten Dezember hatte der Economist die Vorzüge von Bio-, Fairtrade- und lokale Nahrungsmitteln in Zweifel gezogen. Der Kauf dieser Produkte könne für den Planeten sogar schädlich sein. Also doch Äpfel aus Südafrika? Peperoni aus Holland? Erdbeeren aus Marokko? Nein. Denn vielleicht sind die lokalen Bio-Produkte nicht ganz so umweltfreundlich, wie ich gedacht habe – aber sie schmecken halt meistens doch besser als das weitgereiste Gewächshaus-Gemüse.

Foto: net_efekt

Kategorien: essen · nahrungsmittel · umwelt

Neue Kolumnen auf NZZ Online

September 23, 2007 · Kommentar schreiben

Still und fast heimlich hat NZZ Online ein neues Kolumnen-Angebot eingeführt. Auf der Seite sind nicht nur die Kolumnen von Manfred Papst und Beat Kappeler, die in der NZZ am Sonntag erscheinen, verfügbar, sondern auch „online only“-Texte: Ein „Wochenblog“ (kurioser Titel) der Ägypten-Korrespondentin Kristina Bergmann, und eine Kolumne von Schwester Rut-Maria, die über ihr Leben im Benediktinerkloster St. Andreas in Sarnen berichtet. Nach vielen zeitlich begrenzten Online-Kolumnen hat NZZ Online damit den Sprung ins Blogging schon fast geschafft. Wenn man die Dinger jetzt nur noch als RSS Feed abonnieren könnte!

Kategorien: blogs · journalismus · medien · nzz · zeitungen

Phönix aus der Asche: Die "Zürcher Studierendenzeitung"

September 22, 2007 · Kommentar schreiben

Ist doch schön: Da haut man mal für sechs Monate nach Genf ab, und kaum ist man hier, erreichen einen ständig gute Nachrichten aus der Zürcher Heimat. Diesmal in Form der „Zürcher Studierendenzeitung“ (ZS), von der man glaubte, sie habe endgültig das Zeitliche gesegnet. Doch nix da: Die ZS präsentiert sich rundum erneuert – und was in den letzten Jahren ein eher kümmerliches Blättchen war, hat sich in ein Lesevergnügen verwandelt. Das neue Layout, eine Mischung aus „Weltwoche“ und „Magazin“, ist angenehm dezent und edel. Inhaltlich setzt die ZS auf einen bunten Mix zwischen Hochschulpolitik, Kulturtipps und Kolumnen, die (fast) alle gut und ganz offensichtlich mit viel Freude geschrieben wurden. Das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe, ein Rückblick in die bewegte Geschichte der ZS, ist zwar nich sonderlich originell, aber angesichts der Relaunchs wohl angebracht. Das einzige, das noch fehlt, ist ein Internet-Auftritt.

PS. Am nächsten Dienstag, 25. September, erscheint erstmals das neue Studentenmagazin der NZZ, NZZ campus, für das ich zwei Artikel verfasst habe.

UPDATE (24.09.): Jetzt ist ein – noch etwas rudimentärer – Web-Auftritt da.

Kategorien: journalismus · medien · zeitungen · zürcher studierendenzeitung

Warum ich den Economist liebe (IV)

September 22, 2007 · Kommentar schreiben

„Wir akzeptieren, dass es einfacher ist, den Terrorismus zu bekämpfen, wenn die Polizei ihre Bürger bespitzeln, sie ohne Anklage festhalten darf und Folter anwenden kann, um Informationen zu erhalten“, schreibt der Economist in einem Leitartikel. „Solche Mittel nicht zu benutzen, heisst, den Terrorismus mit einer auf den Rücken gebundenen Hand zu bekämpfen.“

Und daraus zieht das britische Magazin sein Fazit:

That—with one hand tied behind their back—is precisely how democracies ought to fight terrorism.

Kategorien: economist

Wollen die Inhalte wirklich frei sein?

September 21, 2007 · Kommentar schreiben

Nun ist es also passiert: Die New York Times hat ihren vormals kostenpflichtigen TimesSelect-Bereich auf dem Internet frei zugänglich gemacht. Die vereinigte Blogosphäre quietschte vor Vergnügen ob dieser Nachricht – und viele konnten sich die hämischen „Hab ich’s doch schon lange gesagt“-Kommentare nicht verkneifen. „Inhalte werden jetzt und für immer frei sein“, jubilierte Jeff Jarvis, und Scott Karp doppelte nach: „Zeitungen sollten bezahlte Inhalte vergessen.“ Nun, dass die New York Times wohl besser fährt, wenn sie ihre Kommentare und Leitartikel frei zugänglich (und damit verlinkbar) macht, kann ich tatsächlich glauben. Aber es gibt auch Unternehmen, die den umgekehrten Weg wählen: Die Webseite IraqSlogger, die sich auf Nachrichten und Analysen aus dem Irak spezialisiert hat, gibt es seit Anfang September nur noch gegen eine Abo-Gebühr. Solche Fachangebote, die im Gegensatz zu Zeitungs-Webseiten ein sehr spezialisiertes Publikum und dafür eher wenig Links anziehen, können auch im Netz Geld für ihre Inhalte verlangen.

UPDATE: Auch Mark Potts äussert Zweifel daran, dass der Fall der New York Times allgemeingültig ist: „Free is not a business model„.

Kategorien: internet · journalismus · medien · new york times · zeitungen