Hundertfünfzig Worte

Einträge werden als ‘economist’ kategorisiert

Warum ich den Economist liebe (VI)

November 28, 2007 · 1 Kommentar

Jeweils im November publiziert der Economist ein Sonderheft mit einem Ausblick auf das kommende Jahr. Soeben ist The World in 2008 erschienen, mit vielen berühmten Gastautoren und einer Menge an Voraussagen, was das nächste Jahr mit sich bringen wird. Ebenfalls abgedruckt ist ein Artikel, der sich die Voraussagen aus The World in 2007 nochmals genauer anschaut – und auflistet, wo die Redaktion richtig und wo sie falsch lag. Nun ist das rückblickend natürlich keine journalistische Meisterleistung. Dass eine Redaktion aber die Chuzpe hat, in einem Heft mit Voraussagen für das nächste Jahr explizit auf ihre Fehler vom letzten Jahr hinzuweisen, finde ich schon bemerkenswert. Und es führt dazu, dass ich den Analysen des Economist noch mehr vertraue – ob die konkreten Voraussagen nun eintreffen oder nicht.

UPDATE: In seinem Kürzest-Forecast zur Schweiz [pdf] meint der Economist, hierzulande entstehe eine „Blogocracy“. Naja. Warten wir, ob sie das in einem Jahr zu den wahren oder falschen Voraussagen zählen. (Danke an Matthias für den Hinweis)

Kategorien: economist

Warum ich den Economist liebe (V)

Oktober 12, 2007 · Kommentar schreiben

Kürzlich schrieb ich diesen Post über die neue Online-Debatte des Economist. Und heute morgen erhalte ich ein E-Mail der PR-Agentur des Economist, die mir herzlich dankt:

Thanks so much for following the new Economist Debate Series and encouraging your readers to participate in what is sure to be a lively discussion about global education issues.

Und mir gerade auch verrät, über welches Thema und mit welchen Teilnehmern die erste Debatte stattfinden wird – noch bevor diese Informationen auf der Webseite des Economist sind. Offensichtlich schickt der Economist auch regelmässig seine Artikel an einflussreiche US-Blogger, bevor diese publiziert werden und generiert damit natürlich Diskussionen und viele Seitenzugriffe. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Blogger ob der exklusiven Behandlung geschmeichelt und geehrt fühlen. Geniale Idee! Schweizer Medien, falls ihr nicht zu beschäftigt damit seid, Google Angst einzujagen – macht doch das auch.

Kategorien: blogs · economist · medien

Elitäre Interaktivität

Oktober 6, 2007 · Kommentar schreiben

Das Internet ist schon lange kein Einwegmedium mehr. Auch traditionelle Medienunternehmen versuchen zunehmend, mit ihren prosumers (früher auch bekannt als Leser) in Dialog zu treten und die Interaktivität zu fördern. Einen ganz eigenen Ansatz wählt in dieser Hinsicht (wie so oft) der Economist. Auch auf der Homepage des britischen Magazins wird es künftig Debatten geben – aber nicht etwa in der gewohnten Jekami-Form, sondern nach den strengen und elitären Regeln der Oxford Union, des Debattierklubs der Universität von Oxford. Leser können in einer Abstimmung das Thema bestimmen. Danach wird die Debatte von zwei vom Economist ausgewählten Experten geführt, die jeweils drei Mal Gelegenheit erhalten, sich zu äussern. Das Publikum darf wiederum Stimmen an die Kontrahenten verteilen und Kommentare abgeben – aber ausschliesslich an den Moderator der Debatte, der die Inputs dann weitergibt.

Kategorien: economist · medien

Warum ich den Economist liebe (IV)

September 22, 2007 · Kommentar schreiben

„Wir akzeptieren, dass es einfacher ist, den Terrorismus zu bekämpfen, wenn die Polizei ihre Bürger bespitzeln, sie ohne Anklage festhalten darf und Folter anwenden kann, um Informationen zu erhalten“, schreibt der Economist in einem Leitartikel. „Solche Mittel nicht zu benutzen, heisst, den Terrorismus mit einer auf den Rücken gebundenen Hand zu bekämpfen.“

Und daraus zieht das britische Magazin sein Fazit:

That—with one hand tied behind their back—is precisely how democracies ought to fight terrorism.

Kategorien: economist

Warum ich den Economist liebe (III)

September 7, 2007 · Kommentar schreiben

Das britische Magazin scheut sich auch nicht vor provokativen Aussagen. In seiner aktuellen Ausgabe fordert der Economist die Abschaffung eines ganzen Landes. Bei seiner Gründung habe das kleine, mitten in Europa liegende Land noch als neutraler Puffer zwischen den es umgebenden Grossmächten gedient; heute aber hätten seine entlang von Sprachgrenzen getrennten Einwohner kaum noch etwas gemeinsam. Fazit: „The country has become a freak of nature.“

Kategorien: economist

Warum ich den Economist liebe (II)

August 26, 2007 · Kommentar schreiben

Aus dem Nachruf auf den Journalisten W. F. Deedes:

Journalism is not a respectable activity in Britain; it has certainly never been considered a profession, for which qualifications and decent conduct are required.

Kategorien: economist · grossbritannien · journalismus

Warum ich den Economist liebe (I)

August 17, 2007 · Kommentar schreiben

Der Economist berichtet vom konservativen amerikanischen Fernsehmoderatoren Bill O’Reilly, der sich über den demokratischen Blog DailyKos aufgeregt hat:

One comment Mr O’Reilly got worked up about was that the pope was “a primate”.

Und fährt dann damit fort, diese Aussage folgendermassen zu kommentieren:

[This] is not so far from the truth, ecclesiastically speaking.

Priceless!

Kategorien: amerika · economist · papst