Hundertfünfzig Worte

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Sehr nette Worte für sehr dumme Taten

November 17, 2007 · Kommentar schreiben

Neulich wollten sich die Schweizer Verleger ja mit Google anlegen. Der Internet-Riese selbst hat sich damals mit Kommentaren zu dieser hirnrissigen Idee sehr zurückgehalten, sogar dann, als Verlegervereins-Präsident Hanspeter Lebrument sich zur Behauptung verstieg, Google habe Angst vor den Schweizer Verlegern. Und auch in einem letzte Woche publizierten Interview mit persoenlich.com benutzen der Schweizer Google-Chef Andreas Schönenberger und sein PR-Mann Matthias Graf sehr sanfte Worte. Etwa: „Wir versuchen derzeit, den Verlegern aufzuzeigen, welche technischen Möglichkeiten unsere Plattform bietet.“ (Um Himmels Willen, haben die das immer noch nicht begriffen?) Oder: „Durch ihr öffentliches Nachdenken über die Lancierung einer News-Plattform nach unserem Vorbild haben die Verleger bereits kundgetan, dass auch für sie die Entwicklung in dieselbe Richtung geht.“ (Und dass sie lieber schlechte Kopien denn innovative Produkte lancieren – wie bei den Gratiszeitungen.) Merke: Wer aus einer Position der absoluten Stärke heraus argumentiert, kann es sich leisten, auch sehr dumme Taten mit sehr netten Worten zu kommentieren.

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Rechtshänder-Galerie

September 29, 2007 · Kommentar schreiben

Gefunden auf NZZ Online.

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Wollen die Inhalte wirklich frei sein?

September 21, 2007 · Kommentar schreiben

Nun ist es also passiert: Die New York Times hat ihren vormals kostenpflichtigen TimesSelect-Bereich auf dem Internet frei zugänglich gemacht. Die vereinigte Blogosphäre quietschte vor Vergnügen ob dieser Nachricht – und viele konnten sich die hämischen „Hab ich’s doch schon lange gesagt“-Kommentare nicht verkneifen. „Inhalte werden jetzt und für immer frei sein“, jubilierte Jeff Jarvis, und Scott Karp doppelte nach: „Zeitungen sollten bezahlte Inhalte vergessen.“ Nun, dass die New York Times wohl besser fährt, wenn sie ihre Kommentare und Leitartikel frei zugänglich (und damit verlinkbar) macht, kann ich tatsächlich glauben. Aber es gibt auch Unternehmen, die den umgekehrten Weg wählen: Die Webseite IraqSlogger, die sich auf Nachrichten und Analysen aus dem Irak spezialisiert hat, gibt es seit Anfang September nur noch gegen eine Abo-Gebühr. Solche Fachangebote, die im Gegensatz zu Zeitungs-Webseiten ein sehr spezialisiertes Publikum und dafür eher wenig Links anziehen, können auch im Netz Geld für ihre Inhalte verlangen.

UPDATE: Auch Mark Potts äussert Zweifel daran, dass der Fall der New York Times allgemeingültig ist: „Free is not a business model„.

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Meine Damen und Herren: Die am schnellsten wachsende Seite im Internet

September 20, 2007 · Kommentar schreiben

Welche Seite auf dem ganzen Netz hatte im vergangenen August wohl den grössten Besucherzuwachs (prozentual gerechnet)? Könnte es etwa Google sein? Neeee. MySpace? Ach, schon lange vorbei. Facebook? Ach was. YouTube? Na, immerhin schon ein bisschen wärmer. Denn die Seite mit dem grössten Besucherzuwachs (plus 973 Prozent) war GodTube. Ja, richtig: Eine Video-Plattform für Christen. Nun ist natürlich ein Teil dieses enormen Prozentwachstums darauf zurückzuführen, dass die Seite noch jung ist und deshalb schnell wächst. Aber immerhin, GodTube (dessen Tagline ebenfalls in Anlehnung an Youtube „Broadcast Him“ lautet) hat drei Millionen Besucher pro Monat, was ihren CEO schon dazu verleitet, von „Jesus 2.0″ zu sprechen. Und was gibt es auf GodTube zu sehen? Das am meisten angeschaute Video zeigt ein kleines Mädchen, das den Psalm 23 aufsagt. Süss, natürlich, aber sollten 4-jährige wirklich schon Psalmen auswendig können? Lustiger sind da auf jeden Fall die christlichen Parodien von Apples „I’m a PC. I’m a Mac“-Werbespots.

UPDATE: Es gibt auch JewTube.

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Bürger sind dümmer als Journalisten. Oder umgekehrt.

September 13, 2007 · Kommentar schreiben

Viel Aufregung in den letzten Tagen über eine Studie, welche die Themenauswahl auf „klassischen“ Informationswebseiten und nutzergenerierten wie Digg, Reddit und Delicious verglichen hat. Fazit? „Die Themenauswahl, die Nachrichtenkonsumenten selbst treffen, unterscheidet sich deutlich von den Inhalten, die in Medien transportiert werden“, schreibt persoenlich.com. Während die Mainstream-Medien Politik und Wirtschaft stark gewichten, kommen auf den Social Media-Seiten vor allem Unterhaltung und Vermischte Meldungen zum Zug. Daraus schliesst persoenlich.com: „Chefredakteure kennen Bedürfnisse der Leser nicht.“ Und Nicholas Carr unkt, dass die Nachrichtenkonsumenten als wie dümmer werden, wenn sie ihre Inhalte selber auswählen können. – Alles halb so wild. Erstens sind die Leute, die auf Digg und Reddit aktiv sind, kaum repräsentativ (hauptsächlich jung, männlich und technologieaffin). Und selbst wenn sie das wären: Das Bedürfnis nach Analyse der Nachrichten (durch „echte“ Journalisten) wäre immer noch gegeben. Die nutzergenerierten Nachrichtenseiten und der „Bürgerjournalismus“ sind eine gute Ergänzung für klassische Nachrichten. Aber sicherlich kein Ersatz.

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Online hilft dem Print. Hilft dem Print. Hilft dem Print.

September 12, 2007 · Kommentar schreiben

Mich erstaunt dieser Befund nicht sonderlich – aber bei der Skepsis, die viele Zeitungsmacher an den Tag legen, kann es nicht schaden, ihn mehrmals zu wiederholen: Eine starke Online-Strategie kann die Verkäufe der Print-Ausgabe ankurbeln. Die gedruckte Ausgabe des englischen Daily Telegraph etwa hat ihren Marktanteil gesteigert, seit die Redaktion Neuigkeiten konsequent zuerst auf ihrer Website publiziert. Damit konnten offenbar vermehrt junge Neuleser zum Kauf der Zeitung bewegt werden. Denn die Konsumenten informieren sich zwar immer mehr online – aber sie sehen das Web offensichtlich nicht als Ersatz für die Zeitung, sondern als Ergänzung. Und die Herausforderung für Zeitungsredaktionen ist es, ihren Lesern ein möglichst umfassendes Angebot auf beiden Kanälen zu bieten.

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Kann dieser Mann die Musikindustrie retten?

September 10, 2007 · 1 Kommentar

Die Antwort müsste in aller Kürze wohl lauten: Wenn einer, dann er. Der unrasierte Typ ist kein geringerer als Rick Rubin, Gründer des Labels Def Jam, der als einer der genialsten Musik-Produzenten überhaupt gilt (unter anderem hat er zehn Jahre lang mit Johnny Cash gearbeitet). Rubin ist seit neustem Vize-Chef des Musik-Giganten Columbia, und das Magazin der New York Times widmet ihm aus diesem Anlass ein ausführliches Portrait. Darin ist Rubins unkonventionelle Arbeitsweise beschrieben, sein Perfektionismus, wie er konzentriert und mit geschlossenen Augen neue Musik gleichsam aufsaugt. Und, ach ja, wegen der Rettung der Musikindustrie: Rubin schlägt ein Abonnementsmodell vor, bei dem man für eine monatliche Fixgebühr eine unbeschränkte Anzahl Musik über alle verfügbaren Kanäle beziehen kann. Doch nicht einmal er scheint davon vollständig überzeugt zu sein, geschweige denn seine Kollegen bei Columbia. Ökonomisch sehe ich denn Sinn eines solchen Modells auch nicht ein: Leute haben sehr unterschiedliche Zahlungsbereitschaft, wenn es um Musik geht – mit einem Flat-Rate-Abo verspielt man sich die Möglichkeit, das auszunützen.

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In Kürze: Keine Sofakartoffeln, Hacker gegen Estland und Anti-Social-Networking

September 2, 2007 · Kommentar schreiben

Das Ende der Sofakartoffel. Die FAZ analysiert die Veränderungen im deutschen Medienmarkt.

Hackers take down the most wired country in Europe
. Im März wurde Estland das Opfer eines koordinierten Hacker-Angriffs. Wired erzählt die Geschichte der spektakulären Attacke.

NOSO, das Anti-Social-Network.
„The NOSO experience offers a unique opportunity to create NO Connections by scheduling NO Events with other NO Friends.“

Kategorien: estland · hacker · internet · medien · social networks

Kurzer Nachtrag zu Google vs. VSP

August 31, 2007 · Kommentar schreiben

Zum geplanten Vorgehen der Schweizer Verleger gegen Google, über das ich hier berichtet habe, hat Andreas Göldi auf seinem Blog einen sehr lesenswerten Kommentar verfasst (mit einer genialen Schlusspointe!).

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Google sollte Angst haben vor denen, die Angst vor Google haben

August 31, 2007 · Kommentar schreiben

„Who’s afraid of Google?“ fragt der Economist auf dem Titelblatt seiner heutigen Ausgabe. In einem Leitartikel und einer ausführlichen Reportage aus dem „Googleplex“ geht das britische Magazin der Frage nach, wie die Zukunft der Firma aussehen kann, die im Moment so viele Bereiche des Internets dominiert. Google steht von vielen Seiten unter Druck – das Spektrum reicht von Copyright-Klagen bis zu Zensurvorwürfen. Die grösste Herausforderung aber, so schliesst der Economist, dürfte für Google der Schutz der Privatsphäre seiner Kunden werden. Denn Googles Businessmodell ist darauf ausgelegt, möglichst viele Daten über alle Kunden zu sammeln, um möglichst präzise Werbung schalten zu können. Löscht Google zu schnell solche Daten, beschränkt die Firma ihre Einnahme-Möglichkeiten. Behält sie die Daten zu lange, könnten die Kunden misstrauisch werden – und aus Angst um ihre Privatsphäre Googles Angebote zugunsten von kleineren Konkurrenten schmähen.

Kategorien: google · internet · privatsphäre · wirtschaft