Alle Information wandert aufs Netz, und dort ist es fast unmöglich, Geld dafür zu verlangen. Wie sollen die qualitativ hochstehenden Inhalte also finanziert werden? Mit Werbung? Bringt meistens zu wenig. Wired schreibt über eine wirklich alternative Idee, wie man Online-Journalismus finanzieren kann:
Der Blog Sharesleuth.com nimmt regelmässig kleinere Unternehmen unter die Lupe, deren Aktienpreis überbewertet scheint. Die investigativen Berichte führen dann oft dazu, dass der Aktienkurs rapide sinkt. Die Berichte, an denen Redaktor Chris Carey oft monatelang arbeitet, sind frei verfügbar, und auf der Seite befindet sich keinerlei Werbung. Finanziert wird der Blog von Mark Cuban, der jeweils bevor Carey seine Informationen publiziert auf den sinkenden Aktienkurs des betroffenen Unternehmens spekuliert. Je besser die Berichte, desto grösser vermutlich der Einbruch des Kurses – und desto grösser der Gewinn. Und ich frage mich, ob das nun schlichtweg genial oder ethisch sehr fragwürdig ist. Oder beides.
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Alternative Finanzierungsquellen für Journalismus. Wirklich alternative.
Oktober 18, 2007 · Kommentar schreiben
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Google sollte Angst haben vor denen, die Angst vor Google haben
August 31, 2007 · Kommentar schreiben
„Who’s afraid of Google?“ fragt der Economist auf dem Titelblatt seiner heutigen Ausgabe. In einem Leitartikel und einer ausführlichen Reportage aus dem „Googleplex“ geht das britische Magazin der Frage nach, wie die Zukunft der Firma aussehen kann, die im Moment so viele Bereiche des Internets dominiert. Google steht von vielen Seiten unter Druck – das Spektrum reicht von Copyright-Klagen bis zu Zensurvorwürfen. Die grösste Herausforderung aber, so schliesst der Economist, dürfte für Google der Schutz der Privatsphäre seiner Kunden werden. Denn Googles Businessmodell ist darauf ausgelegt, möglichst viele Daten über alle Kunden zu sammeln, um möglichst präzise Werbung schalten zu können. Löscht Google zu schnell solche Daten, beschränkt die Firma ihre Einnahme-Möglichkeiten. Behält sie die Daten zu lange, könnten die Kunden misstrauisch werden – und aus Angst um ihre Privatsphäre Googles Angebote zugunsten von kleineren Konkurrenten schmähen.
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Was das Fed wirklich gesenkt hat, und warum
August 20, 2007 · Kommentar schreiben
Kurz nach den grossen Geldspritzen der amerikanischen und der europäischen Zentralbank hat das Fed erneut auf die aktuelle Krise am Finanzmarkt reagiert und am letzten Freitag den Diskontsatz gesenkt. Damit hat das Fed aber nicht „die Zinsen gesenkt“ – denn der Leitzins (Federal Funds Rate) blieb unverändert. Der Leitzins ist eine Zielvorgabe des Fed, die es mit Geschäften auf dem offenen Markt einzuhalten versucht. Der Diskontsatz hingegen ist der Zinssatz, zu dem Banken bei der Zentralbank Geld ausleihen können. Diese Option ist eher für den Notfall gedacht; sie wird deshalb selten gebraucht und der Diskontsatz ist höher als der Leitzins (nach der Senkung noch ein halbes Prozent). Es wurde darum argumentiert, dass die Senkung ein rein symbolisches Zeichen des Fed an die Märkte gewesen sei. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit: Durch die Diskontsatz-Senkung können Banken etwa durch Hinterlegung von Hypothekar-Anlagen (für die sich kaum mehr ein Käufer findet) bei der Zentralbank leichter ihre Liquidität verbessern, was den Druck auf die Kreditmärkte senkt. Gleichzeitig kann der Leitzins unverändert belassen werden – eine Senkung hätte zwar die Liquiditätssituation auch verbessert, gleichzeitig aber die Inflationsgefahr erhöht.
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Wie funktioniert eigentlich eine Geldspritze?
August 16, 2007 · Kommentar schreiben
Letzte Woche haben sowohl die Federal Reserve Bank (Fed) als auch die Europäische Zentralbank mit massiven „Geldspritzen“ am Finanzmarkt reagiert, um die aktuelle Krise einzudämmen. Doch wie funktioniert eine solche Geldpritze überhaupt? Was bringt sie? Und warum haben die Zentralbanken gerade jetzt interveniert?
Antworten auf alle diese Fragen in diesem ausgezeichneten und leicht verständlichen Artikel von Stephen Cecchetti.
[via]
Kategorien: banken · finanzmarkt · wirtschaft
Erfolglose Zeitungen im Netz
Juli 24, 2007 · Kommentar schreiben
Schon wieder beschäftigt sich Weltwoche-Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann mit dem Internet-Auftritt von Zeitungen (und schon wieder ist der Artikel online ironischerweise nicht frei verfügbar). Seine Erkenntnis: „Zwölf Jahre lang haben die Medienhäuser versucht, ihre traditionellen Zeitungsmarken im Internet zu etablieren. [...] Nach zwölf Jahren kann man nur das Fazit eines Scheiterns ziehen: Es ist nicht möglich, eine gute, alte Zeitungsmarke zu einer Online-Marke zu machen.“ Die Websites der Zeitungen seien „Nobodies im Netz“, die wirklich grossen Brands Verkaufs- und Kontaktplattformen wie Amazon, Google oder Youtube.
Mit Verlaub: Das ist völliger Unsinn. Online-Ausgaben von Zeitungen lassen sich nicht mit Amazon oder Google, die in völlig anderen Branchen tätig sind vergleichen – genauso wenig, wie sich klassische Zeitungen mit Banken oder Zementfirmen messen sollten. In ihrem Business – der Bereitstellung von Informationen – sind die klassischen Medienbrands auch im Internet ziemlich dominant. Und wenn der gewünschte monetäre Erfolg bisher ausgeblieben ist, dann liegt das wohl eher an der mangelnden Online-Experimentierfreude der Verlage.
Kategorien: internet · journalismus · medien · web 2.0 · wirtschaft
Erfolglose Zeitungen im Netz
Juli 24, 2007 · Kommentar schreiben
Schon wieder beschäftigt sich Weltwoche-Medienkolumnist Kurt W. Zimmermann mit dem Internet-Auftritt von Zeitungen (und schon wieder ist der Artikel online ironischerweise nicht frei verfügbar). Seine Erkenntnis: „Zwölf Jahre lang haben die Medienhäuser versucht, ihre traditionellen Zeitungsmarken im Internet zu etablieren. [...] Nach zwölf Jahren kann man nur das Fazit eines Scheiterns ziehen: Es ist nicht möglich, eine gute, alte Zeitungsmarke zu einer Online-Marke zu machen.“ Die Websites der Zeitungen seien „Nobodies im Netz“, die wirklich grossen Brands Verkaufs- und Kontaktplattformen wie Amazon, Google oder Youtube.
Mit Verlaub: Das ist völliger Unsinn. Online-Ausgaben von Zeitungen lassen sich nicht mit Amazon oder Google, die in völlig anderen Branchen tätig sind vergleichen – genauso wenig, wie sich klassische Zeitungen mit Banken oder Zementfirmen messen sollten. In ihrem Business – der Bereitstellung von Informationen – sind die klassischen Medienbrands auch im Internet ziemlich dominant. Und wenn der gewünschte monetäre Erfolg bisher ausgeblieben ist, dann liegt das wohl eher an der mangelnden Online-Experimentierfreude der Verlage.
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Wenn Ökonomen Tennis spielen
Juni 27, 2007 · Kommentar schreiben
Wie erklärt man den immer noch beträchtlichen Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen? Mit Diskriminierung? Oder unterschiedlichen Präferenzen der Geschlechter? Nein: Mit Tennis.
Frauen, so die These des israelischen Ökonomen Daniele Paserman, verhalten sich in in hoch kompetitiven Situationen defensiver und zurückhaltender als Männer. Um dies zu belegen, greift Paserman zu Tennisstatistiken. Weil im Tennis nicht jeder Punkt gleich wichtig ist (ein Spielball im letzten Game eines Satzes ist entscheidender als der erste Punkt eines Matches), eignet sich die Sportart zur Untersuchung von unterschiedlich kompetitiven Situationen. Pasermans Fazit nach Auswertung von 240 Tennisspielen: Während die Spielart von Männern unabhängig von der Spielsituation konstant bleibt, machen Frauen bei entscheidenden Punkten signifikant mehr unerzwungene Fehler als bei weniger wichtigen.
Kategorien: wirtschaft · ökonomie
Wenn Ökonomen Tennis spielen
Juni 27, 2007 · Kommentar schreiben
Wie erklärt man den immer noch beträchtlichen Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in vergleichbaren Positionen? Mit Diskriminierung? Oder unterschiedlichen Präferenzen der Geschlechter? Nein: Mit Tennis.
Frauen, so die These des israelischen Ökonomen Daniele Paserman, verhalten sich in in hoch kompetitiven Situationen defensiver und zurückhaltender als Männer. Um dies zu belegen, greift Paserman zu Tennisstatistiken. Weil im Tennis nicht jeder Punkt gleich wichtig ist (ein Spielball im letzten Game eines Satzes ist entscheidender als der erste Punkt eines Matches), eignet sich die Sportart zur Untersuchung von unterschiedlich kompetitiven Situationen. Pasermans Fazit nach Auswertung von 240 Tennisspielen: Während die Spielart von Männern unabhängig von der Spielsituation konstant bleibt, machen Frauen bei entscheidenden Punkten signifikant mehr unerzwungene Fehler als bei weniger wichtigen.
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Ein "New Deal" zur Globalisierung?
Juni 23, 2007 · Kommentar schreiben
Die beiden Ökonomen Kenneth F. Scheve and Matthew J. Slaughter machen sich in der aktuellen Ausgabe von Foreign Affairs Sorgen um den zunehmenden Protektionismus in den USA. Die protektionistische Stimmung in Öffentlichkeit und Bevölkerung sei aber verständlich: Zwar bringt die Globalisierung der amerikanischen Wirtschaft jährliche Gewinne von etwa 500 Milliarden Dollar – doch diese Gewinne sind sehr ungleich verte
ilt, es profitieren fast ausschliesslich gut gebildete Personen mit hohem Einkommen. Um die Vorteile der Globalisierung nicht zu gefährden, plädieren Scheve und Slaughter für einen „New Deal“ zur Globalisierung. Dabei würden alle Personen mit einem Einkommen unter dem Median von den FICA-Steuern (Sozial- und Krankenversicherung) zu befreien. Damit würde diese bisher lineare Steuer zu einer progressiven. (Ein progressiveres Steuersystem zur „Rettung“ der Globalisierung kann sich sogar die Financial Times vorstellen. Derweil wettert die NZZ gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip bei Steuertarifen und erklärt, progressive Steuern seien ungerecht.)
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Ein "New Deal" zur Globalisierung?
Juni 23, 2007 · Kommentar schreiben
Die beiden Ökonomen Kenneth F. Scheve and Matthew J. Slaughter machen sich in der aktuellen Ausgabe von Foreign Affairs Sorgen um den zunehmenden Protektionismus in den USA. Die protektionistische Stimmung in Öffentlichkeit und Bevölkerung sei aber verständlich: Zwar bringt die Globalisierung der amerikanischen Wirtschaft jährliche Gewinne von etwa 500 Milliarden Dollar – doch diese Gewinne sind sehr ungleich verte
ilt, es profitieren fast ausschliesslich gut gebildete Personen mit hohem Einkommen. Um die Vorteile der Globalisierung nicht zu gefährden, plädieren Scheve und Slaughter für einen „New Deal“ zur Globalisierung. Dabei würden alle Personen mit einem Einkommen unter dem Median von den FICA-Steuern (Sozial- und Krankenversicherung) zu befreien. Damit würde diese bisher lineare Steuer zu einer progressiven. (Ein progressiveres Steuersystem zur „Rettung“ der Globalisierung kann sich sogar die Financial Times vorstellen. Derweil wettert die NZZ gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip bei Steuertarifen und erklärt, progressive Steuern seien ungerecht.)
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