Archiv der Kategorie: biologie

Evolutionäre Entschuldigungen

Ich gebe zu, von allen Thesen, wie der Mensch zum Mensch wurde, mag ich diese hier bislang am liebsten. Der Biologe Richard Wrangham behauptet nämlich, es sei das Kochen gewesen, welches aus dem Affen einen Homo sapiens gemacht habe. Nicht nur habe das Kochen mehr Energiezufuhr in kürzerer Zeit erlaubt, sondern das gemeinsame Essen habe auch das Sozialgefüge geprägt, meint Wrangham. Zwar sind des Biologen Thesen umstritten, aber deshalb wohl kaum weniger tröstlich für alle diejenigen, die sich soeben durch die Festtage gefressen haben und nun von Diätvorsätzen gequält werden. Denn die grossen Gelage sind offensichtlich nicht nur köstlich, sondern fundamental identitätsstiftend – und der Verzehr von Rohkost zwecks Abmagerung ist nicht nur grausam, sondern würde geradezu einen evolutionären Rückschritt in Richtung Schimpansen bedeuten.

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Ratte vs. Supercomputer

Was kann eine Ratte mit einem Zehntausendstel ihres Gehirns wohl anfangen? Nicht so viel, könnte man meinen. Aber um diesen Teil des Rattenhirns (genauer gesagt, eine Neuronensäule mit 10’000 Neuronen) zu simulieren, braucht es immerhin: Einen Supercomputer von IBM, eine Handvoll Spitzenforscher der ETH Lausanne, viel Zeit und wohl auch viel Geld (und ein paar vereinfachende Annahmen). Und auch damit ist immer noch nicht klar, wie wertvoll die Vorhersagen dieses Modells sein werden – und ob auch der Supercomputer ein sinkendes Schiff verlassen würde.

Als Wurm zum Ruhm

Die Wege zum Weltruhm sind vielfältig. Man muss dazu aber natürlich etwas Ausserordentliches geleistet haben. Dies gilt auch für Caenorhabditis elegans – der etwa einen Millimeter lange Wurm hat nämlich einen ausserordentlich einfachen Organismus und ist ausserordentlich genügsam. Dank dieser Attribute wurde das sonst eher bescheiden auftretende Tierchen zum umjubelten Star in der Forschergemeinschaft. Zigtausende Artikel befassen sich mit dem Leben und Wirken des Wurmes (das meist etwa zwei bis drei Wochen dauert). Die Vernetzung der 302 Neuronen in seinem Hirn ist ebenso vollständig entschlüsselt wie sein Genom. C. elegans ist in Laboratorien und deren Tiefkühlern auf der ganzen Welt zuhause und war sogar schon einmal im All, von wo er als einziger Überlebender zurückkam. Die bisher grösste Ehre erfuhr der Nematode im Jahr 2002, als sein Erforscher Sydney Brenner zusammen mit zwei Kollegen den Nobelpreis erhielt und in seiner Dankesrede sagte: „Zweifellos ist der vierte Gewinner heute C. elegans. Ihm gebührt die ganze Ehre – aber leider ist es ihm nicht möglich, am Preisgeld teilzuhaben.“

Als Wurm zum Ruhm

Die Wege zum Weltruhm sind vielfältig. Man muss dazu aber natürlich etwas Ausserordentliches geleistet haben. Dies gilt auch für Caenorhabditis elegans – der etwa einen Millimeter lange Wurm hat nämlich einen ausserordentlich einfachen Organismus und ist ausserordentlich genügsam. Dank dieser Attribute wurde das sonst eher bescheiden auftretende Tierchen zum umjubelten Star in der Forschergemeinschaft. Zigtausende Artikel befassen sich mit dem Leben und Wirken des Wurmes (das meist etwa zwei bis drei Wochen dauert). Die Vernetzung der 302 Neuronen in seinem Hirn ist ebenso vollständig entschlüsselt wie sein Genom. C. elegans ist in Laboratorien und deren Tiefkühlern auf der ganzen Welt zuhause und war sogar schon einmal im All, von wo er als einziger Überlebender zurückkam. Die bisher grösste Ehre erfuhr der Nematode im Jahr 2002, als sein Erforscher Sydney Brenner zusammen mit zwei Kollegen den Nobelpreis erhielt und in seiner Dankesrede sagte: „Zweifellos ist der vierte Gewinner heute C. elegans. Ihm gebührt die ganze Ehre – aber leider ist es ihm nicht möglich, am Preisgeld teilzuhaben.“