Archiv der Kategorie: kochen

Evolutionäre Entschuldigungen

Ich gebe zu, von allen Thesen, wie der Mensch zum Mensch wurde, mag ich diese hier bislang am liebsten. Der Biologe Richard Wrangham behauptet nämlich, es sei das Kochen gewesen, welches aus dem Affen einen Homo sapiens gemacht habe. Nicht nur habe das Kochen mehr Energiezufuhr in kürzerer Zeit erlaubt, sondern das gemeinsame Essen habe auch das Sozialgefüge geprägt, meint Wrangham. Zwar sind des Biologen Thesen umstritten, aber deshalb wohl kaum weniger tröstlich für alle diejenigen, die sich soeben durch die Festtage gefressen haben und nun von Diätvorsätzen gequält werden. Denn die grossen Gelage sind offensichtlich nicht nur köstlich, sondern fundamental identitätsstiftend – und der Verzehr von Rohkost zwecks Abmagerung ist nicht nur grausam, sondern würde geradezu einen evolutionären Rückschritt in Richtung Schimpansen bedeuten.

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Das Auge isst heute woanders

Zur Abwechslung hier mal ein Kochtipp. Und zwar in Form eines Rezeptes von Marcella Hazan für eine ebenso simple wie köstliche Pastasauce, die fast nur aus Zwiebeln besteht. Also: Ein gutes halbes Kilo Zwiebeln schälen, in dünne Scheiben schneiden und in reichlich Öl und Butter mit etwas Salz zugedeckt bei sehr (!) tiefer Hitze eine Stunde lang garen. Deckel abnehmen, Hitze erhöhen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Einen Schluck Weisswein dazugeben, verdampfen lassen und zum Schluss frische gehackte Petersilie hinzufügen. Das Ergebnis – bleiche, in sich zusammengefallene Zwiebelringe mit ebenso bleicher Pasta – ist wahrlich kein Fest fürs Auge. Durch das langsame Garen haben die Zwiebeln aber eine Süsse entwickelt, die sich hervorragend mit den Teigwaren versteht.